Building Related Sickness

Als Building Related Sickness (kurz: BRS) werden meist relativ harmlose Beschwerden und Symptome bezeichnet, die im Zusammenhang mit dem Aufenthalt in Gebäuden stehen. Raumluftanalysen können für die BRS oft keine klaren Ursachen finden. Als Auslöser der Beschwerden kommen vielmehr Kombinationen von verschiedensten Schadstoffen und Umweltbedingungen in Betracht. Bei einer Building Related Illness (kurz: BRI) kommt es durch den Aufenthalt in Gebäuden dagegen zu konkreten und teilweise schwerwiegenden Krankheiten und Symptomen.


Definition: Building Related Sickness und Building Related Illness

Building Related Sickness

Building Related IllnessBei der BRS kommt es durch den Aufenthalt in Gebäuden zu eher harmlosen gesundheitlichen Beschwerden bzw. Symptomen. Diese klingen nach dem Verlassen des Gebäudes meist rasch ab. In der Literatur werden die Begriffe Building Related Sickness und Sick Building Syndrom (kurz: SBS) oft synonym verwendet. Teilweise gilt der Begriff BRS auch als aktuellere Bezeichnung des SBS. Andere Quellen nennen die BRS eher im Zusammenhang mit konkreten Beschwerden, während das SBS das gesamte Syndrom beschreibt.

Building Related Illness

Bei der Building Related Illness führen zum Beispiel Bakterien wie Legionellen oder Chemikalien in Gebäuden zu medizinisch klar definierten und teilweise schweren Krankheiten. Einer Building Related Illness können stets nachweisbare Auslöser und konkret definierte Krankheiten mit Symptomen zugeordnet werden. Dies grenzt die BRI klar von dem Sick-Building-Syndrom ab, bei dem den Beschwerden keinen klaren Auslösern zugeordnet werden können.1


Building Related Sickness versus Building Related Illness: Symptome, Ursachen, Erkrankungen

Building Related Sickness (BRS)

Building Related Sickness verursacht meist relativ unspezifische Symptome und Beschwerden wie Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Unwohlsein, Konzentrationsstörungen, Hautausschläge, Augenbrennen oder Atemwegsreizungen. Den Symptomen und Beschwerden können häufig keine klaren Ursachen zugeordnet werden. Oft sind allerdings diverse Luftschadstoffe wie Dämpfe von Lösungs- und Reinigungsmitteln, Tonerstäube oder Ausdünstungen von Möbeln und Einrichtungsgegenständen an den Beschwerden schuld. Die Beweisführung ist aber vielfach sehr schwierig, da auch psycho-soziale Komponenten (zum Beispiel Mobbing am Arbeitsplatz) beim Building Related Sickness eine Rolle spielen können. Eine Raumluftanalyse ist oft das einzige Mittel, um ausschließlich psycho-soziale Ursachen auszuschließen.


Building Related Illness (BRI)

Eine Building Related Illness verursacht, wie bereits erwähnt, nicht nur Symptome, sondern konkret definierte Erkrankungen. Dazu zählen unter anderem die gefährliche Legionärskrankheit und das ebenfalls von Legionellen verursachte Pontiac-Fieber. Die Legionärskrankheit äußert sich durch hohes Fieber und schwere Lungenentzündungen. Beim Pontiac-Fieber tritt nur leichtes Fieber ohne eine Lungenentzündung auf. Auch verschiedenste Allergien und Asthma werden als BRI anerkannt. Häufig sind zum Beispiel Allergien gegen Hausstaubmilben, Tierhaare und Schimmelpilze.2 Schimmelpilze gelten außerdem als Auslöser von Asthma. Symptome einer Allergie als Building Related Illness sind dann oft Juckreiz, Atemwegsbeschwerden und brennende Augen. Auch Nerven-, Organschäden oder Vergiftungen durch Chemikalien können unter Umständen zu einer BRI gerechnet werden. Eine in Deutschland eher selten anzutreffende BRI sind durch Radon verursachte Krebserkrankungen der Lunge.


Wie können Building Related Sickness und Building Related Illness behandelt werden?

Zeigen sich Symptome einer Building Related Illness sollte möglichst schnell ein Arzt aufgesucht werden. Die teilweise lebensbedrohliche Legionärskrankheit muss mit Antibiotika behandelt werden. Bei Allergien sollten natürlich die auslösenden Allergene gemieden werden. Teilweise kann bei Allergien auch eine Hyposensibilisierung die Symptome der Building Related Illness deutlich mindern. Bei Schäden und Vergiftungen durch Chemikalien hängt eine Behandlung von der Art der Chemikalien ab. Teilweise kann eine Blutwäsche die auftretenden Beschwerden mindern. Stehen Symptome oder Erkrankungen in klarem Zusammenhang mit dem Arbeitsplatz, ist in größeren Betrieben oft der Betriebsarzt ein kompetenter Ansprechpartner.


Werden Building Related Sickness und Building Related Illness als Berufskrankheiten anerkannt?

Building Related Sickness und Building Related Illness werden nicht generell unter den Berufskrankheiten geführt. Allerdings können einzelne Erkrankungen aus dem Spektrum der BRIs unter bestimmten Umständen sehr wohl als Berufskrankheiten anerkannt werden. Dazu zählen zum Beispiel die Legionärskrankheit oder durch Schimmelpilze ausgelöstes Asthma.3 Professionelle Raumluftanalysen sind ein wichtiges Mittel bei dem oft langwierigen Prozess der Anerkennung von Berufskrankheiten.

 

 

Quellen:

[1] Bundesumweltamt, „Sick Building Syndrom“: http://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/belastung-des-menschen-ermitteln/umweltmedizin/sick-building-syndrom

[2] Bundesamt für Gesundheit, „Gebäudebezogene Krankheiten - Building Related Illness“: http://www.bag.admin.ch/themen/chemikalien/00238/01355/01356/10350/index.html?lang=de

[3] Öffentlicher Gesundheitsdienst Baden-Württemberg: „Umweltmedizinische Relevanz von Schimmelpilzen im Lebensumfeld.“: http://www.gesundheitsamt-bw.de/SiteCollectionDocuments/20_Netzw_Schimmelpilz/Schwerpunktthema_Schimmelpilze_Herr.pdf