Lindan in der Raumluft - eine Gefahr für Ihre Gesundheit

Besonders in den siebziger und achtziger Jahren wurde PCP (Pentachlorphenol) zusammen mit Lindan in Holzschutzmitteln verwendet. Seit dieser Zeit schlummern in vielen alten Holzverkleidungen Altlasten an Giften, die auch heute noch in die Raumluft gelangen und weiterhin gesundheitliche Probleme hervorrufen können. Im folgenden Artikel erfahren Sie, was Lindan ist, wie es verwendet wurde und zu welchen gesundheitlichen Problemen es führen kann.

Was ist Lindan?

Lindan in der Raumluft

Lindan ist eine chemische Verbindung mit sechs Kohlenstoffatomen, die ringförmig angeordnet sind. An jedem Kohlenstoffatom sind jeweils noch ein Wasserstoffatom und ein Chloratom gebunden. Nach der chemischen Nomenklatur wird Lindan auch als Hexachlorcyclohexan bezeichnet. Es besteht aus einem Gemisch von sechs Isomeren. Isomere haben die gleiche chemische Zusammensetzung aber eine unterschiedliche Anordnung der Atome. Von diesen sechs Isomeren besitzt nur Lindan eine biozide Wirkung. Lindan liegt als farb- und geruchloser kristalliner Feststoff vor.

Wozu wurde Lindan verwendet?

Bereits seit dem Jahre 1942 wurde Lindan als Insektizid zur Bekämpfung von Flöhen, Motten, Läusen, Schaben, Milben oder Ameisen eingesetzt. Es wirkt als sogenanntes Fraß-, Atem- oder Kontaktgift. Die insektizide Wirkung von Lindan beruht auf dessen Einfluss auf das Nervensystem der Insekten. Besonders in den siebziger und achtziger Jahren gewann Lindan weiter an Bedeutung, indem es in großem Stil in Holzschutzmitteln eingesetzt wurde. Zusammen mit PCP sollte Lindan die Holzverkleidungen von Dachstühlen, Badezimmern, Wohnzimmern, Schlafzimmern oder Küchen vor dem Befall mit dem Holzwurm schützen. Zu dieser Zeit war aber noch nicht klar, dass sowohl PCP als auch Lindan ausgasen und über die Raumluft auch die menschliche Gesundheit belasten können.

Obwohl beide Stoffe später als neurotoxisch erkannt wurden, ist die Anwendung von Lindan erst seit dem Jahre 2008 in Deutschland verboten. Allerdings leiden noch heute viele Menschen an den Ausgasungen von PCP und Lindan in die Raumluft.

Wie gelangt Lindan in die Raumluft und in den menschlichen Körper?

Wussten Sie schon?

  • Die Raumluftbelastung mit Lindan und PCP erfolgt hauptsächlich über den belasteten Hausstaub.
  • Der menschliche Organismus speichert die Holzschutzgifte über Jahre im Fettgewebe.
  • Die Lindan- ebenso wie die PCP-Konzentration steigt bei dauerhafter Kontamination im Körper immer weiter an.

Auch heute noch gasen die Holzschutzgifte Lindan, PCP und DDT aus dem belasteten Holz aus. Dabei werden die Schadstoffmoleküle aber von Staubpartikeln absorbiert. Dort sammeln sie sich immer mehr an. Beim Aufwirbeln der kontaminierten Staubpartikel können diese über die Atemwege in den Körper gelangen.
Da Lindan und Co nur langsam abgebaut werden und gleichzeitig fettlöslich sind, werden die Gifte über Jahre im Fettgewebe gespeichert. Dieser Prozess kann nur durch eine Sanierung der Holzschutz belasteten Holzverkleidungen gestoppt werden. Das erfolgt entweder durch Entfernung der Holzpaneele oder durch Anbringen einer Dampfsperre aus Aluminiumfolie an die belasteten Stellen.

Wussten Sie auch,

dass Lindan neben dem Einatmen auch oral oder über Hautkontakt aufgenommen werden kann. Da Lindan im Fettgewebe gespeichert wird, sammelt es sich über die Nahrungskette immer mehr an. Besonders Milchprodukte oder Fisch können Lindan enthalten. Wer also viel Fisch isst oder Milch trinkt, kann ebenfalls mit Lindan belastet werden.

Welche Gesundheitsschäden können durch Lindan ausgelöst werden?

Krank durch Wohngifte

Lindan wirkt wie PCP neurotoxisch. Allerdings wird dessen Toxizität etwas niedriger als die von PCP eingeschätzt. Für Patienten, die jahrelang mit Holzschutzmitteln belastet waren, ist eine isolierte Betrachtung des Einflusses von Lindan aus diesem Grund oft nicht möglich.

Die Wirkung hoher Dosen von Lindan ist aber bekannt. Dabei treten folgende Symptome auf:

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Schwindel
  • Zittern
  • Krämpfe

Bei chronischen Vergiftungen mit Lindan kommt es zu:

  • Erhöhung der Leberwerte
  • reversible (umkehrbare) Vergrößerung der Leber
  • motorischen Störungen
  • psychischen Veränderungen

Oft treten die Beschwerden bei Belastungen mit Lindan in Holzschutzmitteln erst nach Jahren auf, nachdem sich genügend Schadstoffe im Fettgewebe angesammelt haben. Müdigkeit, Schlafstörungen, Konzentrationsschwäche, Gereiztheit und Kopfschmerzen sind dann die häufigsten Symptome. Diese allgemeinen Beschwerden können aber neben Lindan auch PCP oder teilweise auch vorhandenen Verunreinigungen mit Dioxinen zugeordnet werden.

Es wird ebenfalls vermutet, dass Lindan krebserregend ist. Allerdings scheint das kanzerogene Potenzial nicht so stark ausgeprägt zu sein wie bei PCP.

Des Weiteren gibt es Hinweise darauf, dass Lindan auch schwächend auf das Immunsystem wirkt.

Vorsicht bei der Sanierung von Holzschutzaltlasten

Holz

Bei der Sanierung des Dachstuhls oder anderer mit Holzschutzmitteln belasteter Räume muss sehr vorsichtig vorgegangen werden. So dürfen die belasteten Hölzer nicht abgeschliffen werden, weil dadurch der Hausstaub noch mehr kontaminiert wird. Gerade bei einer unvorsichtigen Sanierung kann es zum Ausbruch von gesundheitlichen Problemen oder zur Verschlimmerung bereits vorhandener Beschwerden kommen. Wenn die Holzverkleidung erhalten bleiben soll, ist das Anbringen einer Dampfsperre aus Aluminiumfolie am erfolgversprechendsten.

Im Zweifelsfall sollten Sie immer eine auf Altbausanierung spezialisierte Firma zugehen, die Sie unterstützen und beraten kann.

Fazit

Mit Holzschutzmitteln behandelte Holzverkleidungen belasten durch ständige Ausgasungen noch nach Jahren die Gesundheit der Menschen. Nur eine fachmännisch durchgeführte Sanierung kann die gesundheitliche Beeinträchtigung der Betroffenen beenden.

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Zum Weiterlesen:
Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit "Bewertung von erhöhten Konzentrationen in der Raumluft
Stiftung Warentest "Holzschutz: Altlasten auf der Spur"
Gerd Zwiener und Frank-Michael Lange (Hrsg.): Handbuch Gebäude-Schadstoffe und gesunde Innenraumluft. Erich Schmidt Verlag, Berlin 2012.