Schadstoffe im Altbau

Altlasten im Altbau

altbau analyseIn Altbauten wurden teilweise Baustoffe verwendet, die heutzutage als gesundheitsgefährdend eingestuft werden. Die Analyse des Altbaus schließt hier solche Schadstoffe mit ein, die von besonderer Relevanz sind. Lufttests ermitteln Substanzen in der Raumluft, welche die Industrie nicht mehr verwendet bzw. nicht mehr verwenden darf. Einer dieser Stoffe, der über einen Altbau-Lufttest noch heute ermittelt werden kann, ist Pentachlorphenol (kurz: PCP). Vor allem hat PCP als Holzschutzmittel über lange Jahre in Deutschland Verwendung gefunden. Teilweise werden PCP-haltige Produkte noch heute importiert. Auch in der Analyse von Schadstoffen beim Fertighaus wurde PCP ermittelt. Weitere Schadstoffe im Altbau können sein: Formaldehyd, Asbest, PCB, Lindan oder auch Schimmelpilze.

Wohngifte Test – PCP und andere Schadstoffe

Der Test von unterschiedlichen Materialien zeigt, dass PCP in Imprägnierungen von Textilien oder als Zusatz in Waschmitteln zu finden ist. PCP diente aber vornehmlich über Jahrzehnte durch die fungizide Wirkung als Holzschutzmittel. Holzdecken oder andere Holzelemente aus den 70er Jahren stehen daher insbesondere in Verdacht PCP-haltig zu sein. Als Wohngift wurde der Umgang mit PCP ab 1989 weiter verschärft: Die Herstellung, das Inverkehrbringen und die Verwendung von PCP oder PCP-haltigen Materialien wurden untersagt.
PCP entweicht über die Zeit aus dem behandelten Holz und setzt sich dann z.B. an Tapeten, Schränke, Regale, Teppiche oder im Hausstaub ab. Eine Analyse vom Altbau kann eine Staubprobe oder Materialprobe auf PCP untersuchen. Zu den Symptomen des Wohngifts zählen: Kopfschmerzen, Mattigkeit, Übelkeit, Schwitzen oder Muskelschwäche.[1]

Fertighaus Analyse Schadstoff

Alte Fertighäuser zeigen oftmals bei der Analyse auf unterschiedliche Schadstoffe erhöhte Konzentrationen bei PCP. Aber auch Formaldehyd-Konzentrationen können bei Fertighäusern in der Analyse nachgewiesen werden. Formaldehyd wurde als Bestandteil von Klebesystemen vor allem in Spanplatten und Möbeln verwendet. Der Schadstoff findet sich in einer Vielzahl an Baustoffen und Produkten wieder. Im Hausbau wurden des Weiteren Kleber benutzt, wo teilweise Asbest oder auch aus PAK enthalten sind. Schimmelpilze sind ebenso Wohngifte, die als Schadstoffe im Fertighaus durch Analysen ermittelt werden können. Schimmelpilze können holzzerstörend wirken. Je nach Art und Grad der Belastung gelangen Schimmelpilze über die Oberfläche hinaus in die Baumaterialien. Die wesentlichen Faktoren, die im Zusammenhang mit Schimmelpilz-Problemen stehen sind: Feuchtigkeit, Heizverhalten, Lüftungsverhalten, Baumängel (Wärmebrücken). Die Analyse auf Schimmelpilze kann durch eine Passivsammlung oder eine direkte Abklatschprobe u.a. erfolgen.

Altbau Analyse zeigt Lindan und PCB

Neben PCP (Pentachlorphenol) wurde im Altbau als Holzschutzmittel u.a. auch Lindan verwendet. Das lösemittelhaltige Holzschutzmittel PCP gilt als Fungizid, wogegen Lindan eine insektizide Wirkung besitzt. Holzverkleidungen von Decken, Wänden oder auch Parkettböden stehen in Altbauten in Verdacht mit Lindan belastet zu sein. Lindan ist im Gegensatz zu PCP noch teilweise in Deutschland zugelassen. Je nach Konzentration von Lindan in der Raumluft und aufgenommener Menge kann Lindan unterschiedlich giftig u.a. auf das Nervensystem, dem Magen-Darm-Trakt, der Blutbildung wirken. Es steht im Verdacht krebserregend zu sein.
Der Test von Wohngiften zeigt zudem einen weiteren prominenten Vertreter: PCB. Polychlorierte Biphenyle wurden bis in die 1980er Jahre in Umlauf gebracht. In Kondensatoren, Transformatoren aber auch in Dichtungsmassen, Lacken oder Kunststoffen wurde PCB verwendet. Die Funktionen, die PCB erfüllt, waren u.a.: Isolation, Kühlung, Flammschutz, als Weichmacher, Schmiermittel oder als Insektizid.[2] PCB findet sich daher in einer Vielzahl an Produkten und Baustoffen im Altbau wieder. Kabelummantelungen, Dichtungsmassen oder Beschichtungen von Fußböden, Holz oder Beton enthalten im Altbau Verdachtsmomente. Ein Lufttest kann im Altbau weitere Erkenntnisse zu einer möglichen Belastung sammeln. Belastete Baustoffe, die PCB in die Raumluft freisetzen, können gesundheitsschädigend auf den Menschen wirken[3].

Raumluftmessung Asbest

raumluftmessung asbestAsbest ist in Deutschland seit über 20 Jahren als Baustoff verboten. Neuere Häuser und Fertighäuser sind komplett frei von Asbest. Altbauten können Bestandteile aus Asbest beinhalten. Eine Raumluftmessung auf Asbest kann erkennen, ob verdächtige Produkte asbesthaltig sind. Im Altbau können Spachtelmasse oder Fußbodenbelege Asbest beinhalten. Die als Eternit bekannten Platten aus Asbestzement, asbesthaltige Fassadenplatten oder Dachplatten wurden in Deutschland noch bis in die 90er Jahre hergestellt. Stellt die Raumluftmessung auf Asbest in Altbauten das Wohngift fest, liegt die fachgerechte Sanierung meist in fachkundigen und spezialisierten Firmen. Die Entsorgung muss festgelegte Schutzmaßnahmen beinhalten, die z.B. durch die TRGS 519 definiert werden. Asbest kann in Altbauten über Jahrzehnte ohne ein gesundheitliches Risiko für die Bewohner verbaut sein. Doch wird der Stoff porös und bricht, können die Fasern in die Wohnluft kommen. Gelangen die feinen Fasern hierdurch auch in die Atemwege, können ernsthafte Erkrankungen die Folge sein (Asbestose). Selbst Experten können vor Ort i.d.R. nicht ohne eine Laborauswertung feststellen, ob es sich bei verdächtigen Fällen um Asbest handelt. Mit der Raumluftmessung auf Asbest können Sie selbst leicht die Probe nehmen und direkt ins Labor schicken. Das Prüfergebnis stellt dann fest, ob Asbest in der Probe enthalten war und welcher Asbest enthalten war (z.B. Chrysotil).

Quellen:

[1] http://www.lfu.bayern.de/umweltwissen/doc/uw_50_pentachlorphenol_pcp.pdf
[2] http://www.lfu.bayern.de/umweltwissen/doc/uw_53_polychlorierte_biphenyle_pcb.pdf
[3] http://www.mtm.de/cont/pcb_nrw_01.htm