Schadstoffe in der Garage

Was schwebt in der Garagenluft?

garage schadstoffeFür die Garagenluft und Luft in Parkhäusern gibt es Anforderungen und vorgeschriebene Sicherheitsmaßnahmen. Durch die Anzahl an PKW, die durch Verbrennungsprozesse Schadstoffe in die Luft abgeben und den mangelnden Luftaustausch, stellt die Garage oder Tiefgarage eine Risikostelle dar. Die typischen Schadstoffe sind: Kohlenmonoxid, Stickoxid und Schwefeldioxid. Zudem können Benzol oder PAK die Garagenluft weiterhin beeinträchtigen.[1] Stickstoffoxide sind mitverantwortlich für erhöhte Feinstaubbelastungen. Grundlage von Vorgaben zur Reinhaltung der Garagenluft ist die Kenntnis der relevanten Schadstoffe und die Berechnung der Belastung. Hieraus folgen dann u.a. Schlüsse zur Dimensionierung der Lüftung. Im europäischen Recht wurden z. T. Grenzwerte definiert. Diese existieren für Blei, Benzol, Kohlenmonoxid, Partikel, Stickstoffdioxid, Stickstoffoxide, Schwefeldioxid und weitere Stoffe.[2]

Gift- und Schadstoffe in der Garage

•    PAK sowie weitere Schadstoffe durch Abgase
•    Asbest in Wellplatten beim Garagendach
•    Schimmel in der Garage durch z.B. schlechte Belüftung

Als Quellen von Luftverunreinigungen in Garagen gelten die Verbrennungsprozesse bei Hinein- und Herausfahren sowie der Reifen- und Bremsenabrieb. Die Emissionen können über die Garage hin auch naheliegende Geschäfte oder Pforten dauerhaft mit erhöhten Schadstoffen in der Luft beeinträchtigen.

Analyse auf Abgas-Schadstoffe

abgas schadstoffanalyseBei der Analyse von Schadstoffen in Häusern, können Abgase vom Straßenverkehr nachgewiesen werden. PAK kann so im Hausstaub bei verkehrsnahen Wohnhäusern gemessen werden. PAK sind organische Verbindungen, die bei Verbrennungsprozessen (z.B. Holz, Kraftstoff, Tabak, Öl) in die Luft freigesetzt werden können. PAK kann hierdurch in Garagen, Parkhäusern oder Tiefgaragen durch die Dieselkraftstoffe und Ottokraftstoffe vermehrt in die Luft eingetragen werden.
PAK (Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe) sind Stoffe, die schlecht abgebaut werden können und so über sehr lange Zeit in der Umwelt bestehen bleiben. Zudem können sich die Stoffe in Organismen anreichern und giftig wirken (krebserregend).[3] Diese Eigenschaften machen PAK zu einem Schadstoff, der nicht in hohen Mengen in der Raumluft oder Garagenluft vertreten sein sollte. Eine Analyse auf diesen Bestandteil von Abgasen sollte in Parkhäusern und Tiefgaragen regelmäßig erfolgen. Bei Interesse und Vermutung auf PAK stellte eine Analyse für die Garage und den Wohnraum eine sinnvolle Ergänzung dar, die Luftqualität auf Schadstoffe zu überprüfen.

Wellplatten aus Asbest auf dem Garagendach

Die Analyse auf Abgase und weitere Schadstoffe in Tiefgaragen und Parkhäusern sollte eine regelmäßige Konstante sein. In privaten Garagen erscheinen zwei weitere mögliche Giftstoffe: Asbest und Schimmelpilze. Asbest wird heutzutage nicht mehr verwendet, doch war es in der Vergangenheit ein beliebtes Baumaterial. Eternitplatten, Wellplatten und eine Vielzahl an weiteren Asbestprodukten (Isolier- und Dämmstoffe, selbst Blumenkästen, Tischtennisplatten) fanden Eingang in den Garagen- und Hausbau. Asbest wurde in den 80 und 90er Jahren verboten. Baustoffe, die vor dieser Zeit in der Garage verbaut wurden, können noch aus Asbest gefertigt sein.
Häufig liegt Asbest in einer festgebundenen Form vor und wirkt nicht direkt toxisch. Erst wenn die Oberflächen gebrochen werden durch z.B. Reinigungsmaßnahmen, Bohren oder Fräßen werden Asbestfasern freigesetzt und gelangen in die Umgebungsluft. Besteht eine Unsicherheit, ob die Wellplatten vom Garagendach beispielsweise aus Asbest bestehen, kann nur eine Laboranalyse zweifelsfrei feststellen. Wird dann im Garagendach Asbest durch die Analyse des Schadstoffs festgestellt, sollte bei der Beseitigung eine Fachfirma hinzugezogen werden. Teilweise ist das eigene Beseitigen von asbesthaltigen Wellplatten verboten.

Belüftung der Garage bei Schimmel

Asbest kann mit bloßem Auge nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. Auch Schimmelpilze können die Garagenluft beeinträchtigen ohne dass diese fürs Auge sichtbar wären. Eine Passivsammlung mithilfe eines Nährmediums ermöglicht den Nachweis von Schimmelpilzsporen in der Luft. Sichtbarer Schimmel in der Garage kann mithilfe einer Abklatschprobe analysiert werden. Die Ursache von Schimmel kann eine mangelnde Belüftung sein. Eingetragene Feuchtigkeit kann durch eine schlechte Belüftung nicht ausweichen. Wände saugen dann teilweise die Nässe auf. Im Zusammenspiel von Wärme, Feuchtigkeit und Lüftungsverhalten entstehen dann Schimmelpilze. Einige Gattungen können Schimmelpilzgifte produzieren (Mykotoxine), die dann die Gesundheit beeinträchtigen können.

Quellen:

[1] Prof. Dr. rer. nat. Axel Zenger: Luftqualität in und um Tiefgaragen
[2] https://www.bmwfj.gv.at/Unternehmen/gewerbetechnik/Documents/TG%20Garagen.pdf
[3] http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/pdfs/faqs-pak.pdf