Schadstoffe in Raucherräumen

Auswirkung von Zigarettenrauch auf die Gesundheit

zigarettenrauch gesundheitLaut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung raucht in Deutschland ungefähr ein Drittel aller Erwachsenen, was ungefähr 20 Millionen Menschen entspricht. Mit dem Rauchen aufzuhören, ist für die meisten nicht einfach, da die Nikotinsucht zu den stärksten Süchten gehört. Dabei hat Zigarettenrauch bekanntlich eine extrem schädliche Wirkung auf die Gesundheit – nicht nur auf die eigene, sondern auch auf die anderer. In Zigarettenrauch sind fast 5000 verschiedene Schadstoffe enthalten, die zum großen Teil giftig sind und die Gesundheit in verschiedener Weise negativ beeinflussen. Da die Schadstoffe aus dem Rauch durch die Lunge im ganzen Körper verteilt werden, können beinahe alle Organe von ihnen in Mitleidenschaft gezogen werden. Die gesundheitlichen Folgen des Zigarettenrauchs können Atemwegs- und Herzkreislauferkrankungen, Krebs, eine erhöhte Anfälligkeit für Oesteoporse sowie Potenzschwäche sein. Das Rauchen von Zigaretten hat auch Auswirkungen auf die psychische Gesundheit, da Abhängige oft der Meinung sind, dass sie dadurch Stress abbauen und anstrengende Situationen besser bewältigen können, anstelle sich um eine wirkliche Stressbewältigung zu bemühen.[1]

Feinstaub und Formaldehyd in Zigarettenrauch    

Zigarettenrauch trägt in erheblichem Maße zu einer Belastung mit Feinstaub bei. Feinstaub findet sich in der Außenluft durch Verkehr, Industrie usw. und wird durch die Kleidung auch in Innenräume getragen. Daher ist es besonders schlecht, wenn durch Zigarettenrauch Feinstaub in Innenräumen entsteht, da sich dieser dort nicht so ohne weiteres verdünnen kann und daher konzentriert vorliegt. Nach Aussagen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es Untersuchungen zufolge keine Feinstaubbelastung, bei der keine gesundheitsschädigende Wirkung zu erwarten wäre.[2] Feinstaub verringert aufgrund seiner Schadstoffbestandteile und der geringen Partikelgröße die Lungenfunktion, kann zu Lungenkrebs und Atemwegs- und Herz-Kreislauferkrankungen führen. In mit Zigarettenrauch belasteten Räumen und -wohnungen werden sogar Außenluftgrenzwerte für Feinstaub oft massiv überschritten. Langfristig gesehen kann die Feinstaubbelastung in diesen Haushalten zwei- bis dreimal so hoch sein wie in Nichtraucherhaushalten.[3]
Neben Feinstaub beinhaltet Zigarettenrauch auch eine erhebliche Menge Formaldehyd. Formaldehyd ist ein giftiger Schadstoff, der ohnehin in Innenräumen oft in erhöhter Konzentration vorliegt, da er in sehr vielen Produkten verarbeitet wird und mit der Zeit aus diesen in die Raumluft ausgast. Formaldehyd wird als krebserregend eingestuft und reizt die Atemwege und Augen. Der Grenzwert für Formaldehyd in Innenräumen liegt bei 0,1 ppm (parts per million), kann aber auch schon in geringerer Konzentration bei empfindlichen Personen zu Beschwerden führen. Experimentelle Messungen haben ergeben, dass beim Rauchen von sechs Zigaretten in einem durchschnittlich großen Raum dieser Grenzwert in 15 Minuten deutlich überschritten wurde.      

Raumluftmessung bei Zigarettenrauch

zigarettenrauch raumluftmessungBesonders Nichtraucher haben oft Angst vor der schädigenden Wirkung von Zigarettenrauch. Leider kommt es häufig vor, dass man diesem im Alltag unfreiwillig ausgesetzt ist. Gerade in geschlossenen Räumen kann dies für Nichtraucher sehr unangenehm sein. Manche Menschen haben das Problem, dass sie sich in Räumen aufhalten müssen, in denen geraucht wird bzw. in der Vergangenheit geraucht wurde (Büro, neue Wohnung, Auto) oder in den Zigarettenrauch von außen eindringt. Für sie stellt sich oft die Frage, ob die Raumluft mit den Schadstoffen aus dem Zigarettenrauch belastet ist. Besonders wenn sich Kinder in diesem Zimmer aufhalten, sollte unbedingt verhindert werden, dass diese zum Passivrauchen gezwungen werden. Es ist davon auszugehen, dass die Schadstoffe im Zigarettenrauch grundsätzlich eine negative Auswirkung auf die Gesundheit von Kindern haben und für zahlreiche Erkrankungen verantwortlich gemacht werden können.
Eine Raumluftmessung kann zeigen, ob die Raumluft in einem bestimmten Zimmer erhöhte Werte gewisser Schadstoffe aus Zigarettenrauch aufweist. Dies geschieht, indem die Messwerte den gültigen Grenzwerten für die Schadstoffbelastung in Innenräumen gegenübergestellt werden.

Mit einer Raumluftmessung kann die Raumluft u.a. auf die Schadstoffe Benzo(a)pyren, Benzol, Toluol und Formaldehyd hin analysiert werden, die in Zigarettenrauch vorkommen. Benzo(a)pyren wird als kanzerogen (krebserregend) eingestuft, ebenso Benzol, das auch eine giftige Wirkung auf das blutbildende System hat. Dies kann zur Entwicklung von Leukämie führen. Toluol wirkt sich negativ auf das zentrale Nervensystem aus und führt unter Umständen zu Leber- und Nierenschäden.
Eine Raumluftmessung stellt daher eine einfache und kostengünstige Möglichkeit dar, die Luftqualität im von Zigarettenrauch betroffenen Raum besser einschätzen zu können.             

Rauchgeruch entfernen

Rauchgeruch in Räumen ist penetrant und wird besonders von Nichtrauchern mitunter als sehr störend empfunden. Das Problem ist, dass in Räumen, in denen (lange Zeit) geraucht wurde eine annehmbare Raumluftqualität nur schwer wieder herzustellen und der Rauchgeruch fast nicht zu entfernen ist.
Zigarettenrauch ist sehr flüchtig und verteilt sich daher besonders bei geschlossenen Räumen äußerst schnell. Die in Zigarettenrauch enthaltenen Schadstoffe setzen sich an Vorhängen, Teppichen, Möbeln und Tapeten fest. Deswegen zeigt Lüften keine Wirkung.
Um den Rauchgeruch zu entfernen, ist es wichtig, diese Quellen zu reinigen. Vorhänge und andere Textilien können meist gewaschen werden. Bei Tapeten hilft nur, diese und mit ihnen den Rauchgeruch zu entfernen. Türen, Fenster und andere Oberflächen können am besten mit Essigwasser oder –reiniger gründlich abgewaschen werden.
Wurde nur kurz in einer Wohnung geraucht (z.B. bei einer Feier), hilft es, am nächsten Tag Schüsseln mit heißem Essigwasser aufzustellen. Der Essig kann auch durch weniger geruchsintensiven Zitronensaft ersetzt werden. Um den Rauchgeruch von glatten Oberflächen zu entfernen, können diese ebenfalls mit dem Wasser abgerieben werden.
Eine weitere Möglichkeit efffektiv gegen den Geruch und auch gegen die Schadstoffe im Rauch vorzugehen, ist ein Luftreiniger in Dauerbetrieb aufzustellen. Durch den Dauerbetrieb ist der Blick auf die Energiekosten relevant und auf mögliche Störgeräusche. Daher scheint hier die Ionisierer einen Vorteil zu haben, da diese mit niedrigen Energiekosten aufwarten. Besonders von Vorteil sind die neuen Geräte, die kein Ozon mehr produzieren, wie von der schwedischen Firma LightAir.
 

Quellen:

[1] http://www.rauchfrei-info.de/informieren/rauchen-gesundheit/
[2] http://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/umwelteinfluesse-auf-den-menschen/innenraumluft/feinstaub-in-innenraeumen
[3] http://www.bag.admin.ch/themen/chemikalien/00238/01355/01358/10340/index.html?lang=de