Schadstoffe im Teer

Daten und Fakten zum Thema Schadstoffe im Teer

Teer wird oft mit Bitumen und Asphalt gleichgesetzt oder verwechselt. Es handelt sich hierbei jedoch um völlig unterschiedliche Stoffe. Bitumen wird aus Erdöl gewonnen und kommt teilweise auch natürlich vor, während Teer ein Abfallprodukt der Kohleverarbeitung ist. Der Baustoff Asphalt ist wiederum eine Mischung aus Gesteinskörnungen und Bitumen. Teer setzt teilweise krebserregende Schadstoffe in hohen Konzentrationen frei und wird deshalb heute als Baustoff nur noch sehr eingeschränkt verwendet. Problematisch ist Teer allerdings bei vielen Altbauten.


Wo ist Teer als Baustoff anzutreffen?

Teer SchadstoffeObwohl Teer als Baustoff seit mehr als 40 Jahren im Wohnungs- und Hausbau überwiegend durch Bitumen abgelöst wurde, sind Dächer von Altbauten teilweise noch mit teerhaltigen Dachbahnen beklebt. Häufig wurde Teer auch als Dichtungsmasse, Feuchtigkeitssperre oder Betonbeschichtung verwendet. Bekannt ist außerdem das äußerst wirksame teerhaltige Holzschutzmittel Carbolineum. Obwohl Carbolineum in Deutschland für viele Anwendungen längst verboten ist, werden Altbestände oder illegal erworbene Chargen des Holzschutzmittels noch immer verwendet. Wegen der Giftigkeit von Carbolineum war die Anwendung auch früher nur für den Außenbereich zugelassen. Dieses Verbot wurde aber teilweise missachtet. Auch Parkett oder Dielen wurden früher oft mit teerhaltigen Klebstoffen fixiert. Alte Dämmplatten und Korkdämmungen können ebenfalls Teer und damit Schadstoffe enthalten. Teer als Bindemittel ist im Straßenbau seit ca. 30 Jahren ganz verboten. Allerdings können insbesondere bei der Sanierung von alten Straßenbelägen erhebliche Mengen von Teerstäuben freigesetzt werden, die auch bis in die heimische Wohnung dringen können. Als Imprägnier- und Bindemittel für feuerfeste Baustoffe wird Teer auch heute noch verwendet.[1]


Welche Schadstoffe enthält Teer?

Teer enthält große Mengen an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAKs) wie zum Beispiel Benzo[a]pyren, Pyren, Anthracen und Naphthalin. Teer als Baustoff muss zur besseren Verarbeitung oft erhitzt werden. Dabei gehen besonders hohe Mengen an PAKs in die Luft über. PAKs finden sich aber ebenfalls in Teerstäuben und können in geringen Konzentrationen auch bei Zimmertemperatur in die Raumluft übergehen.

 

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Schadstoffe im Teer sind eine ernste Gesundheitsgefahr

Neben teerhaltigen Baustoffen ist Tabakrauch eine erhebliche Quelle von gefährlichen Schadstoffen aus Teer. Viele der krebserregenden Wirkungen des Rauchens sind auf die im Teer enthaltenden PAKs zurückzuführen. PAKs aus Teer und Tabakrauch gelangen über die Lunge (inhalativ) oder die Haut (transdermal) in den menschlichen Körper. Viele PAKs sind krebserregend. Auch die Fortpflanzungsfähigkeit kann durch die erbgutschädigende Wirkung von PAKs aus dem BaustoffTeer negativ beeinflusst werden. PAKs werden in der Umwelt nur sehr langsam abgebaut und reichern sich im menschlichen Körper an.


Schadstoffe aus Teer verringern – einige wertvolle Tipps

  • Ein Verzicht auf Rauchen in Innenräumen senkt die Belastung mit Schadstoffen aus Teer sehr deutlich.
  • In Haushalten von Rauchern sammelt sich Teer zum Beispiel in Teppichböden, Gardinen und Tapeten. Schadstoffe werden so auch noch nach längerem Lüften freigesetzt. Hier hilft nur eine Komplettrenovierung.
  • Teerhaltige Dachbeläge, Klebstoffe, Dichtungen etc. möglichst immer durch Fachbetriebe sanieren lassen. Bei unsachgemäßer Sanierung bestehen erhebliche Gesundheitsgefahren.
  • Alte Holzkonstruktionen sollten auf teerhaltige Holzschutzmittel überprüft werden. Dies gilt besonders, wenn zum Beispiel ein Dachausbau geplant ist.
  • Schneide- und Abbrucharbeiten an alten Straßenbelägen können erhebliche Mengen Teerstaub freisetzen. Bei Bauarbeiten in der Nähe der eigenen Wohnung sollte während solcher Bauarbeiten nicht gelüftet werden.

 

Quellen:

[1]Bau-Berufsgenossenschaft Rheinland und Westfalen, „Teer, ein Material für viele Anwendungen, heute ein PAK-Sanierungsfall?“: http://www.schadstoffsanierung-lorenz.de/userfiles/teer_pak.pdf

[2]Umweltbundesamt, „Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe“: http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/publikation/long/4372.pdf