Schadstoffe in Holz

Dicke Luft durch Holz

Holz, das für Möbel oder auch als Baustoff verwendet wird, hat den Ruf eines umweltfreundlichen und nachhaltigen Rohstoffs. Leider stellt sich häufig heraus, dass sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart Holz mit giftigen Substanzen behandelt oder verarbeitet wurde bzw. wird. Die Gifte gelangen aus dem Holz in den Staub, in Wohntextilien und auch in die Raumluft, die dadurch zum Gesundheitsrisiko werden kann. Als Belastungsquellen kommen potenziell alle Dinge aus Holz in Frage, die sich in deutschen Haushalten finden – z.B. Deckenbalken, aber auch Spanplatten und erschreckenderweise auch Spielzeug aus Holz.

Oftmals Schadstoffe in Holzspielzeug

schadstoffe holzspielzeugBesonders umweltbewusste Eltern greifen für ihre Kinder gerne zu Holzspielzeug, da dieses als naturnah und unbedenklich gilt. Tests, die z.B. von der Stiftung Warentest durchgeführt wurden, zeigen jedoch immer wieder, dass oftmals auch Holzspielzeug Schadstoffe enthält. Insgesamt lässt sich in den letzten Jahren ein Anstieg von unsicheren oder sogar giftigen Stoffen in Holzspielzeug verzeichnen.[1]  Dabei reagieren gerade Säuglinge und Kleinkinder empfindlich auf gesundheitsgefährdende Stoffe und sind daher besonders schützenswert. In Holzspielzeug kann sich eine ganze Reihe von Schadstoffen verstecken, die die Kinder beim Spielen über die Haut, die Atemwege oder den Mund aufnehmen. Substanzen wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Formaldehyd, Nickel und Schwermetalle finden sich im Holz selbst, aber auch in Lacken, Schnüren und Nieten am Spielzeug. Da sie Krebs erregen, das Erbgut verändern und die Fortpflanzungsfähigkeit schädigen können, machen sie das Holzspielzeug giftig und daher für Kinder ungeeignet.

Zwar gibt es Prüfsiegel, die für die Unbedenklichkeit von Holzspielzeug garantieren sollen, allerdings sind diese nicht immer aussagekräftig oder sogar irreführend. So versichern die Hersteller mit dem Anbringen des CE-Zeichens lediglich, dass sie die Vorgaben der EU für Kinderspielzeug einhalten. Ob das wirklich der Fall ist, wird jedoch von keiner unabhängigen Stelle überprüft. Für Holzspielzeug ohne Schadstoffe sollte man sich besser an Siegeln wie Ökotex, spiel gut oder Ökotest orientieren.

Hier ein Überblick, wie man den Kauf von giftigem Holzspielzeug vermeidet:
•    Kein Spielzeug kaufen, das schon im Laden unangenehm riecht.
•    Spielzeug aus unlackiertem Vollholz bevorzugen, da sich die Schadstoffe oft in Lacken, Sperrholz und Spanplatten befinden.
•    Auf aussagekräftige Prüfsiegel, wie z.B. Ökotex, spiel gut, Ökotest oder TÜV, achten, da diese auf Schadstoffe in Holzspielzeug testen.

Formaldehyd in Spanplatten und Holzwerkstoffen

Giftige Spanplatten, aus denen Formaldehyd in Wohn- und Arbeitsräume ausdampft, sind noch immer ein Problem, da Formaldehyd Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann. Spanplatten sind als Ersatz für Vollholz heute aus Wohnzimmern und Büroräumen nicht mehr wegzudenken. Sie werden in Möbeln, aber auch Fußböden, Wandverkleidungen und Unterkonstruktionen verwendet. Zur Herstellung von Spanplatten werden als Bindemittel meist giftige formaldehydhaltige Stoffe eingesetzt, um die holzhaltigen Faserstoffe zusammenzukleben. Formaldehyd tritt dann über Jahre aus den Spanplatten aus. Besonders aus Stellen, die nicht verklebt oder geschützt sind (z.B. Sägeschnitte oder Bohrlöcher) wird Formaldehyd aus Spanplatten freigesetzt.

Da die unterschiedlichen Faserstoffe aus verschiedenen Quellen stammen, ist es nicht immer möglich, sie herkunfts- und sortenrein zu trennen. Deswegen findet sich bei Spanplatten auch oft eine Belastung mit Holzschutzmitteln.

In Deutschland gibt es unterschiedliche Maßnahmen, um die Emission von Schadstoffen aus Spanplatten, aber auch anderen Faserplatten, Tischlerplatten und Furnierplatten (zusammenfassend Holzwerkstoffe genannt) kenntlich zu machen und zu regulieren. Für Formaldehyd wurden in Deutschland verschiedene Emissionsklassen definiert. Diese teilen Spanplatten nach ihrer Formaldehyd-Ausgleichskonzentration ein. In Deutschland dürfen nur Spanplatten mit der Emissionsklasse E1 (Konzentration unter 0,1 parts per million) vertrieben werden. In Einzelfällen können aber auch diese Spanplatten giftig sein, da sie manchmal trotzdem deutlich zu viel Formaldehyd abgeben. Formaldehydarme andere Holzwerkstoffe kann man am RAL-Umweltzeichen 38 erkennen.

 

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FormaldehydtestMit der Formaldehyd-Analyse können Sie die Raumluft auf das giftige Gas Formaldehyd testen. Formaldehyd gilt als krebserregend und kommt häufig in Innenräumen vor. Die Probenahme dauert nur 30 Minuten. Sie erhalten ein qualifiziertes Ergebnis aus dem Labor.

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Analyse auf Holzschutzmittel lohnt sich

Obwohl einige der giftigsten Holzschutzmittel wie polychlorierte Biphenyle (PCB), Lindan, Pentachlorphenol (PCP) oder Dichlordiphenyltrichlorethan (DDT) in Deutschland schon seit einigen Jahren verboten sind, werden gerade in älteren Häusern immer wieder erschreckend hohe Werte dieser giftigen Substanzen gefunden.[2] Als Emissionsquellen kommen fast alle Teile aus Holz infrage, die sich in Häusern und Wohnungen finden – Decken- und Wandverkleidungen, Spanplatten, Paneele, Holzfußböden und Balken.  Ob Holzschutzmittel enthalten sind, kann mit Sicherheit nur eine Analyse klären.
Besonders betroffen sind Gebäude aus den 1960er bis 1980er Jahren, vor allem in der ehemaligen DDR. Lindan wurde als Mittel gegen Insektenbefall besonders auf Holzoberflächen von Dachstühlen und Deckenverkleidungen aus Vollholzpaneelen eingesetzt. Auch PCB und DDT wurden als Insektizide genutzt. Der Einsatz von PCP sollte das Holz vor Pilzbefall schützen.

analyse holzschutzmittelDas Problem ist, dass die schwerflüchtigen Stoffe noch heute aus dem Holz austreten und die Gesundheit des Menschen bei dauerhafter Exposition schädigen können. Die Symptome, die von Betroffenen beschrieben werden, sind unterschiedlich und reichen von der Schwächung des Immunsystems über Haut- und Lebererkrankungen bis hin zu neurologischen Beeinträchtigungen wie Kopfschmerzen oder Schlaf- und Konzentrationsstörungen. Personen, die unter diesen Symptomen leiden, ist die Durchführung einer Analyse auf Holzschutzmittel durchaus anzuraten. Die Moleküle der Holzschutzmittel können über Jahrzehnte ausgasen und binden sich bevorzugt an Staub. Dadurch besteht eine besonders große Gefahr für Kinder, da diese beim Spielen vermehrt mit belastetem Staub in Kontakt kommen und diesen verschlucken. Bei einer Analyse auf Holzschutzmittel und andere schwerflüchtige Raumluftgifte kann gezielt der Staub eines Raums auf eine Verschmutzung hin untersucht werden.

Prinzipiell ist es sinnvoll, Holzteile in Gebäuden, z.B. Holzbalken, optisch zu untersuchen. Kristalline Rückstände oder ölige Anstrichspuren können auf eine frühere Behandlung mit Holzschutzmitteln hinweisen. Lohnend ist auch ein prüfender Blick in alte Schuppen oder auf Dachböden – dort sind oft noch Kanister mit Giftresten vorhanden. Wird ein konkretes Objekt verdächtigt, kann zur Analyse auf Holzschutzmittel auch eine Materialprobe verwendet werden. Somit kann die Schadstoffquelle eindeutig identifiziert werden.
Besondere Vorsicht ist beim Ausbau von Dachstühlen geboten, da dort früher besonders intensiv mit Holzschutzmitteln behandelt wurde. Beim Abschleifen und -hobeln der Balken, entsteht unter Umständen viel giftiger Staub. Vor allem, da man dabei in die Schichten vordringt, in denen die Gifte noch heute in relativ hoher Konzentration vorhanden sind. Bevor man also mit dem Dachausbau beginnt, sollte man unbedingt eine Analyse auf Holzschutzmittel durchführen, um ein Gesundheitsrisiko auszuschließen.

Alter Parkettkleber oft giftig

Lightair LuftreinigerWas eine Pracht fürs Auge ist, birgt manchmal heimliche Gefahren – besonders alte Parkettböden von 1900 bis Anfang der 1970er Jahre wurden oftmals mithilfe von giftigem Parkettkleber verlegt. Diese enthalten polyaromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), darunter die krebserregende Substanz Benzo(a)pyren, sowie polychlorierte Biphenyle (PCB). Daneben fanden sich bei Stichproben auch hochgiftige Dioxine[3] und krebsauslösende Furane[4].  


Sobald das Parkett rissig wird und sich einzelne Stäbe vom Untergrund lösen, steigt der negative Einfluss der giftigen Kleber erheblich. Durch das Betreten kann die feste Klebermasse zu Staub zermahlen werden und dringt in dieser Form allmählich durch Fugen und Ritzen. Somit gelangt er auch leicht auf die Haut oder die Atemwege des Menschen. Besonders Kinder, die auf dem beschädigten Boden spielen, sind unter Umständen besonders gefährdet.

Giftigen Parkettkleber erkennt man relativ einfach an seiner Farbe. Vermutlich kein Handlungsbedarf besteht bei rosafarbenem oder weißem Kleber. Schwarze Kleber können PAK oder PCB enthalten. PCB steckt oftmals auch in braunem und gelbem Kleber.  
Selbst wenn giftiger Parkettkleber vorhanden ist, kann eine Versiegelung verhindern, dass ein schöner Boden komplett herausgerissen werden muss. Dafür muss er aber noch in einem relativ guten Zustand sein. Allerdings bleibt dann das Problem nach wie vor bestehen und kann zu einem späteren Zeitpunkt wieder akut werden.
Auf keinen Fall sollte man das Parkett unsachgemäß selbst entfernen, da somit die Stäube des giftigen Parkettklebers in der ganzen Wohnung verteilt werden.
Bei Verdacht auf giftigen Parkettkleber macht eine Untersuchung auf schwerflüchtige Wohnraumgifte Sinn. Diese kann eine mögliche Gefährdung aufdecken und eine Orientierung geben, ob weitere Sanierungsmaßnahmen erforderlich sind.

Quellen:

[1] http://www.verbraucherportal-bw.de/servlet/PB/menu/1323857_l1/index.html

[2] http://www.test.de/Holzschutz-Altlasten-auf-der-Spur-4508463-0/

[3] http://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/dioxine

[4] http://www.bfr.bund.de/cm/343/fragen-und-antworten-zu-furan.pdf